01 September 2013

Rezension zu "Liebe macht anders" von Karen-Susan Fessel



Titel: Liebe macht Anders
Autor: Karen-Susan Fessel
Preis: 9,99€ [D]; 10,30€ [A]
Seitenanzahl: 158
Meine Wertung: 3 Federviecher
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3-440-13346-0
Will ich kaufen!



Anders ist neu in der Klasse. Er sieht super aus und hat etwas Geheimnisvolles an sich. Schnell entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen ihm und Sanne.

Das passt Robert, dem bisher unangefochtenen Sunny-Boy und Ex-Freund von Sanne, überhaupt nicht und er beginnt in Anders' Vergangenheit zu graben: Nicht nur, dass der Typ keinen Facebook-Account hat - man findet ihn überhaupt nirgends im Netz. Irgendwas ist da faul!

Als Robert Anders' Geheimnis aufdeckt, wird es gefährlich für Anders. Richtig gefährlich. Und Sanne muss hilflos dabei zusehen...

Krimi, Liebesgeschichte und ein
außergewöhnliches Thema!


Fangen wir mal mit dem Genre an, denn mit dem hängen meine Erwartungen mit denen ich an das Buch herangegangen bin zusammen. Vorne drauf steht "Thriller", hinten "Krimi", Wörter wie "Geheimnis" und "sehr gefährlich". Huuu, jetzt hab ich Angst :D
Nun Ja, meiner Meinung passt noch gerade so Thriller, es ist spannend und nervenaufreibend und ein WIRKLICH außergewöhnliches Thema, aber Krimi war für mich jetzt nicht wirklich dabei. Ich dachte, da käme dann sowas wie Mord und Totschlag, eben Sachen, die einem bei Krimi einfallen. Aber Anders' ist ja kein Verbrecher (Ist das jetzt zu spoilermäßig?), er hat einfach eine Vergangenheit und Geheimnisse. Wow. Toll. Hat jeder. Demnach kam dann doch was anderes, als ich erwartet hatte.
Was mich anfangs überrascht, enttäuscht und skeptisch gemacht hat, war die Dicke des Buches. Hundertachtundfünfzig Seiten ist nicht wirklich viel. Aber das heißt ja noch nichts!
Allerdings hat für mich die Autorin versucht zu viel Thema, Geschichte, Charakter und so weiter auf zu wenig Raum zu quetschen. Die Protagonisten in dem Buch durften echt nicht klaustrophobisch sein.
Das Thema war einmal eigentlich sehr umfangreich, ich finde es neu und erfrischend, ich finde es gut, dass es mal aufgegriffen und darüber erzählt wird. Toll zu lesen war, wie Menschen damit umgehen. Damit meine ich jetzt gut beschrieben, nicht der Umgang selber. Manche Menschen sind tolerant, manch andere dagegen leider unglaublich kurzsichtig und einfach bedeppert.
Allerdings hat man nur die oberflächlichen Reaktionen erfahren, eigentlich dümpelte das ganze Buch immer nur so an der Oberfläche, es fehlte mir ziemlich die Tiefe, die Gedanken, das Empfinden.
Ich denke, das fehlte auch dadurch, dass alle Charaktere ziemlich blass blieben. Es wurde immer gewechselt: Die Ich-Perspektive verschiedener Personen aus der Geschichte im Präteritum und die Erzählerperspektive im Präsens. Das war erst mal leicht verwirrend, aber man gewöhnt sich dran. Aber auch dadurch wurde glaube ich wieder etwas von der Tiefe und der Ausdruckskraft genommen, weil dadurch einfach von jedem ein Stück dazu kam, aber auf niemanden richtig eingegangen wurde. Schon gar nicht auf Anders! Der eigentlich Hauptcharakter ist und auch so mit der einzige, den ich wirklich nachvollziehen konnte! Alle anderen waren irgendwie blass, verschwommen, Vollidioten oder vollkommen durchgeknallt oder alles zusammen. Und Anders - Dem seine Ich Perspektive kam nie und auch seine Gefühle wurden nie richtig erwähnt, das fand ich richtig schade.
Der Plot, hm, Ja. Die Lage spitzt sich immer und immer mehr zu, bis dann auf einmal Kabumm, die Bombe platzt und dann ist's auch schon das Ende :D Es ist eine ziemlich realistische und wenn man ein wenig drüber nachdenkt, sehr traurige Geschichte. Es ist eine Geschichte, wie sie eigentlich immer und überall passieren kann, wenn auch selten, denn das Thema umfasst ja seltene Fälle, aber Schuld an der Eskalation solcher Situationen sind nicht die Betroffenen sondern die Außenstehenden. Und sowas macht dann wieder wütend. Die Spannung blieb bis gegen Ende eigentlich immer so recht gleich, bis sie dann mit einem Mal dramatisch in die Höhe schoss um kurz danach wieder auf den Boden der Tatsachen zu plumpsen.
Das Ende an sich ist ist ziemlich offen und weder sonderlich Happy oder eben Unhappy. Es ist einfach offen, und es besteht in beiden Richtungen gleichermaßen die Chancen, dass die Möglichkeit eintritt. Das fand ich zum Beispiel wieder sehr gut.


Keine Ahnung, was mir am Cover so gut gefällt, aber irgendwie liebe ich es, ich finde es richtig toll. Ich glaube es liegt an der Schrift des Titels und auch der Titel selbst. Es passt sehr gut zum Buch und die Schrift sieht irgendwie... zerrissen aus, verzweifelt (Wenn ein Schrifttype verzweifelt aussehen kann :D) und auch leicht.. Brutal. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Auch, dass das E von "Liebe" und das T von "Macht" so abgeschnitten sind. Und der Hintergrund, mit dem kaum lesbaren Text, der ein Auszug aus dem ersten Kapitel ist. Ich mags gern.
Und noch was zur Gestaltung, weniger zum Cover: Die Kapitelanfänge, die Kapiteltitel gefielen mir sehr. Auch Inhaltlich.


Guter Schreibstil, interessantes Thema, neu, anders - Jedoch kommen mir einfach die Charaktere zu kurz und der Plot war mir auch zu oberflächlich.





Ich danke herzlichst LOVELYBOOKS und dem Kosmos-Verlag für den Beitrag zu meiner Büchersammlung ;))


Alles, alles Liebe und noch ein zauberhaftes Wochenende,
Natalie

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