17 Juli 2013

Rezension zu "Die Rebellion der Maddie Freeman" von Katie Kacvinsky



Titel: Die Rebellion der Maddie Freeman [Originaltitel: Awaken]
Autor: Katie Kacvinsky
Preis: 8,99€ [D]; 9,30€ [A]
Seitenanzahl: 366
Meine Wertung: 4 einhalb Federviecher
Verlag: Baumhaus
ISBN: 978-3-8432-1040-9
Will ich kaufen!


Das Leben ist zu kurz, um vielleicht zu sagen

Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen - das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin - für den nur das wahre Leben offline zählt. Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben - und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur.
Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen?

In welcher Welt wollen wir leben - und uns verlieben?








Nach dem ersten Mal Lesen war ich unglaublich begeistert von dieser tollen Dystopie, nach dem vierten Mal jetzt haben sich jedoch ein paar Kritikpunkte dazu geschlichen.
Die Geschichte selbst ist wirklich toll ausgedacht und gar nicht mal so realitätsfern! Computer bestimmen die meisten Tagesabläufe der meisten Menschen. Aus unserer Gesellschaft sind die Dinger gar nicht mehr weg zu denken und wenn es wirklich einmal soweit kommen sollte, dass wir gar nicht mehr aus dem Haus kommen, ist das echt traurig.
Allerdings hat die Sache einen sehr großen Haken: Katie Kacvinsky beschreibt die Welt ohne Pflanzen und Natur, alle Bäume und auch der Rasen, die ganze Natur ist aus Plastik, feuerfest und wahrscheinlich unzerstörbar. In ein paar Ecken des Landes sollen noch welche stehen, aber die meisten bekommen nie welche zu Gesicht. Nun stellt sich doch die Frage: Wie überleben die Menschen? Wie atmen sie? Wer wandelt nun das Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um? Die müssten doch längst erstickt sein! Ich bin jetzt zwar kein Ass in Bio, doch dass das eigentlich nicht geht, Ja, das weiß ich.
Aber sonst klingt alles, wie gesagt, sogar ziemlich plausibel. Nachdem die Terroranschläge auf Schulen und Kindergarten und auch die Kriminalität der Jugend und damit auch in den Schulen rasant in die Höhe steigen, soll das System von Maddie's Vater, nämlich das der "Digital-School" gesetzlich verankert werden um den Nachwuchs des Landes zu schützen. Nach einem besonders schlimmen Ereignis ist es soweit, dass alle Kindern nur noch von zu Hause lernen sollen und nur noch soziale Netzwerke ihr Leben bestimmen.
Logisch, oder?

Maddie selbst ist es nach vielen Jahren der Digital School leid nur noch in ihrem Zimmer herum zu hängen und lernt Justin kennen. Die Freundschaft zu ihm und auch zu seinem Freundeskreis gestaltet sich jedoch ziemlich schwierig, da ihr Vater sie streng überwacht und darauf achtet, Maddie's Freiheitswille im Zaum zu halten. Das Misstrauen, welches sich Vater sowie Tochter entgegen bringen, entspringt einem Ereignis vor zwei Jahren, als Maddie sich zum ersten Mal gegen das System ihres Vaters und somit dessen Lebenswerk stellte und gegen ihn arbeitete.
Und in den Situation, in denen Maddie ihrem Vater gegenüber treten muss kam sie mir manchmal wie ein trotziges Kind vor, aber auch sonst ist Maddie manchmal etwas kindisch, was mich allerdings nur leicht gestört hat. Was zu Maddie's Wesen jedoch sehr deutlich zu lesen ist, ist ihre Dickköpfigkeit und Sturheit. Meiner Meinung nach ist sie ein sehr starker Charakter und es wundert mich wirklich, wie sie es geschafft hat, zwei Jahre lang unterdrückt unter der Fuchtel ihres Vaters auszuharren.
Justin ist mein Lieblingscharakter, denn auch er ist selbstbewusst wie Maddie, er ist witzig und charmant und auch willensstark und zudem sehr selbstlos. Er will für seine Ideale kämpfen, für das Leben, dass die Leute eine Wahl haben. Das hat mir sehr gut gefallen.

Und was ich ebenfalls erwähnt haben wollte: In der Zeit, in der Maddie lebt haben alle Staaten Amerikas eine Einigung getroffen, dass alle Waffen zu verschrotten und es gibt nur noch Betäubungswaffen.
Nun Ja: Die Waffengesetze in Amerika sind ziemlich... Hm, Ja, ihr wisst schon :D Demnach ist es dort natürlich eine ganz besonders gute Idee. Würde gleich die ganze Welt mit machen, würden denke ich mal, einige Probleme gelöst werden. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas geschieht unglaublich niedrig. Natürlich ist es eine unglaublich schöne Vorstellung, allerdings glaube ich, dass bevor die Regierungen freiwillig aufhören einander zu bekriegen Schweine anfangen zu fliegen.
Traurige Welt da draußen, wird dann wohl nichts mit "Friede, Freude, Schokokuchen". Verdammter Mist.

Der Schreibstil der Autorin mochte ich sehr, sachlich geschildert, nicht zu sehr ausgeschmückt allerdings waren die Situationen dennoch nicht zu eindimensional geschildert, sondern anschaulich.
Auch die Einführung ist ihr gut gelungen, man war sofort mitten im Geschehen drin und konnte die meisten Aktionen und Empfindungen gut nachfühlen.








Das Cover an sich hat einen kräftigen futuristischen Touch, was hervorragend zur Geschichte passt. Allerdings fand ich es ziemlich enttäuschend, dass der zweite Teil genauso gestaltet ist, nur in einer anderen Farbe. Sowas zeugt immer wieder von Kreativität - Also wirklich!
Zudem fand ich die ursprüngliche Version des Titels besser, wie so oft: Awaken. Und irgendwie mag ich auch das Cover mehr und finde es passt, obwohl es so anders ist, genauso gut - wenn nicht sogar besser - wie das deutsche!



Eine tolle Dystopie (Ich LIEBE Dystopien), schöne Story, die meisten Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch, bis auf einige Macken fast perfekt. Gehört zu meinen Lieblingsbüchern!
Hach, wie ich mich auf den dritten Teil freue...

Es gibt, wie schon erwähnt, eben nur fast perfekte


Federviecher. 
Sagen wir einfach, es sind keine 4,5 sondern 4,8 - Ja?


Euch noch einen schönen Mittwoch, fackelt nichts ab!
Natalie ♥

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