04 Mai 2013

Rezension zu "Bevor ich sterbe" von Jenny Downham



Titel: Bevor ich sterbe [Originaltitel: Before I die]
Autor: Jenny Downham
Preis: 8,95€ [D]
Seitenanzahl: 320
Meine Wertung: 4 Federviecher
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 978-3442471065
Will ich kaufen!


Eine Geschichte über den Tod und die Liebe – glaubwürdig, herzzerreißend und von überwältigender Ausdrucksstärke

Die 16-jährige Tessa hat Leukämie, und die Ärzte machen ihr nur noch wenig Hoffnung. Aber Tessa will leben, wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt an ihre Zimmerwand zehn Dinge, die sie tun will, bevor sie stirbt: Sex haben, Drogen nehmen, für einen Tag berühmt sein, etwas Verbotenes tun ... Und dann trifft sie Adam, und er ist der Erste, der sie versteht. Tessa spürt, dass sie etwas mit Adam verbindet, doch sie wehrt sich dagegen. Und dann begreift sie, dass sie zum ersten Mal verliebt ist. Aber darf man lieben, wenn man stirbt?








Es geht um die 16-Jährige Tessa, die sich entscheidet, dass ihr all die lebenserhaltenden Maßnahmen, die das unvermeidliche Ende nur herauszögern würden und ihr zudem nur Schmerzen bereiten würden, keinen Sinn mehr machen und wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt, richtig zu leben. Also schreibt sie eine Liste: Einen Tag nur Ja sagen, Sex haben, Drogen nehmen, berühmt werden, an einem Tag so viele Regeln zu brechen, wie es nur geht. Dabei nimmt sie die Hilfe ihrer besten Freundin Zoey in Anspruch. Sie kauft die Läden mit ihrer Kreditkarte leer, sie fährt ohne Führerschein ans Meer. Tessa lebt. Und während sie lebt, lernt sie Adam kennen - der Junge, der nebenan wohnt. Und zusammen mit ihm lebt sie und verliebt sich. Beide haben Angst, vor Tessas Tod und zu erst wehrt sich Tessa mit Händen und Füßen gegen ihre Verbindung. Bis sie merkt, dass sie ihn braucht, dass sie ihn vermisst. Und Adam bleibt bei ihr - doch dann überschlagen sich die Ereignisse.
"Darf man lieben, wenn man stirbt?"









Tessa ist eine sehr komplizierte Person. Sie ist sehr willenstark, temperamentvoll, manchmal ein bisschen jähzornig, aber sie kann auch sehr sensibel sein, verletzlich. Uns sie gibt niemals auf. Das ist eine Eigenschaft, die mir sehr an ihr gefallen hat. Auch ihre Einstellung gegenüber dem Tod. Ich kann jetzt nicht unbedingt alle ihre Handlungen nachvollziehen und manche Punkte auf ihrer Liste würden nicht auf meiner landen, aber ich finde, Tessa ist ein sehr ausdruckstarker Charakter. Manchmal erscheint sie mir auch ein kleines bisschen egoistisch - aber das muss man manchmal eben sein. Es gefällt mir, wie sie manchmal durchdreht und verrückte Sachen anstellt. In diesem Punkt hat sie Recht - Was hat sie schon zu verlieren?
Adam ist ebenfalls eine wirklich tolle Figur. Er es liebevoll und hilfsbereit. Auch wenn er sich zunächst gegenüber Tessa verschließt, hält er dennoch bis zum Schluss durch - und zu Tessa.
Der Schreibstil ist vielleicht nicht sonderlich ausgeschmückt, manchmal sind die Sätze etwas abgehackt, aber das alles spiegelt auch Tessa und ihren Umgang mit ihrer Situation wieder und hat mir gut gefallen. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und zeigt die "Wenn-du-stirbst-zieht-dein-Leben-an-dir-vorbei"-Variante des Todes. Ich hoffe, ich habe damit nicht zu viel verraten? Das Buch ist spannend, auch wenn man auch schon zu Anfang weiß, dass Tessa sterben wird. In so einem Buch, welches uns denke ich ungeschminkt die Wahrheit einer solchen Situation näher bringen will, gibt es kein Wunder, dass der Todkranke wie durch Zauberhand gesund wird, eben so, wie es im echten Leben ist. Tessa entdeckt die vielen unscheinbaren Momente im Leben und in all diese Momente mündet ihr ganzes Leben, weil eben alles miteinander zusammenhängt. Mir gefällt diese Sichtweise von Jenny Downham sehr. Allerdings ist es ein sehr ernstes Buch, welches uns hart, so wie auch in Wirklichkeit, einige Tatsachen über das Leben und Sterben näher bringt. Natürlich ist das ganze auch kein witziges und zu verharmlosendes Thema. Aber für mich muss es in einem Buch auch manchmal was zu Lachen geben, eine witzige Bemerkung zwischendurch, selbstironisch, vielleicht sarkastisch. Optimistisch.









Das Cover, nun ja, der weiße, unauffällige Hintergrund, die Vorhänge, das Bett, sollen vermutlich die Hoffnungslosigkeit auf Leben und durch dieses langsame Sterben die Abgeschnittenheit vom Leben symbolisieren, während das Mädchen, welches in die Luft springt, scheinbar voller Energie und Optimismus das genau Gegenteil zeigt und demnach denke ich, gut zu dem Inhalt des Buches passt. Es ist ein bisschen schlichter, nicht zu viele Schnörkeleien und passt demnach auch sehr gut zu dem ernsten Schreibstil der Autorin. Gut getroffen, demnach spielt es für mich jetzt auch keine all zu große Rolle, dass ich bei dem Cover nicht als erstes gedacht habe "Oh, mein Goooooott, wie wunderschön *-*". Schließlich kommt es auf den Inhalt an ;)








Nun ja, ein ernstes Buch mit viel Geist und und ungeschminkter Wahrheit und sicherlich keine leichte Kost, auch wenn das durch den unkomplizierten Schreibstil etwas erleichtert wird. Für mich hat die Autorin das Potenzial der Geschichte ausgeschöpft, sie hat es geschafft ganz gut Spannung auf zu bauen und es kamen die Nebencharaktere nicht unbedingt zu kurz. Punktabzug, nun ja, ich kann nicht unbedingt genau sagen, warum ich die Bewertung nicht sooo hoch lege, aber es kam bei mir jetzt nicht so der WOW-Effekt an. Ich habe mit Tessa mitgefühlt und fand auch das Buch interessant. Demnach empfinde ich es auch als lesenswert. Ach was soll's!


Vier von Fünf ist doch okay (:

Nochmal Danke an Lisa, die mir das Buch ausgeliehen hat!

Alles Liebe,
Natalie

Kommentare:

  1. Hey du! Ab welchen Alter würdest du das Buch empfehlen? Meine Cousine (12) hat Geburtstag und liest gerne solche Bücher...

    Lg Kimi

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    1. Mir hat das Buch eine Freundin ausgeliehen, die selbst zwölf ist. Allerdings würde ich schon sagen, man sollte es ab 14 oder so lesen. Meine Freundin hat es nämlich auch nichts so ganz verstanden - es ist eine ein bisschen anspruchsvollere Lektüre.
      Liebe Grüße zurück!

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  2. ich will des Buch auch unbedingt mal lesen,es ist schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Wunschliste, aber immer wenn ich es mir kaufen will, sagt irgendetwas in mir "kauf nicht dieses buch, kauf ein anderes, du hast doch schon ein Buch indem jemand Leukämie hat, bald sterben wird, und Sachen macht, die er davor nich gemacht hat". Aber ich glaube, spätestens nach dieser rezension kann ich vielleicht doch mein gewissen dazu überreden, dieses Buch zu kaufen ;-)

    Lg Susi

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    1. Nun Ja, jedes Buch ist anders ;) Ich denke, es ist eine gute Entscheidungen, es zu kaufen, wenn es dich interessiert. Freut mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte!
      Liebe Grüße zurück ;*

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